Möchte man sich ein neues Heizungssystem zulegen steht man einer großen Auswahl verschiedener Möglichkeiten gegenüber und die Menge an Informationen, die einem zur Verfügung steht, ist noch gewaltiger. Zu jedem Heizmittel gibt es verschiedene Anforderungen sowie Vor- und Nachteile. Eine Entscheidung zu treffen ist daher nicht immer leicht. So kommt es insbesondere darauf an, worauf sie viel Wert legen. Wollen Sie niedrige Anschaffungskosten oder ist Ihnen die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen wichtiger? Um ihnen bei dieser Frage und der Wahl des passenden Systems zu helfen stellen wir ihnen in diesem Beitrag einen Vergleich der gängigsten Heizformen vor.

Quelle: www.heizspiegel.de

Wie funktionieren die unterschiedlichen Heizungen?

Eine neue Heizung ist auch immer mit einer Investition verbunden. Damit sie sich im Nachhinein nicht wundern was sie überhaupt gekauft haben, stellen wir ihnen hier die Grundlagen der Öl – und Gasheizung, Wärmepumpe und Solarthermie vor.

Ölheizung

Die Ölheizung besteht aus einem Kessel zur Verbrennung des Öls und einem Speicher, der entweder im Keller oder unterirdisch im Garten verbaut wird. In Deutschland heizt jeder vierte Haushalt immer noch mit Öl, wobei nur ein geringer Anteil dieser Heizungen neuwertige Brennwertkessel darstellen. Durch eine Aufrüstung ließe sich viel Geld und Energie sparen, da ein Brennwertkessel eine weitaus bessere Nutzung des Energieträges bietet. Dies wird durch den Brennwerteffekt erzielt. Der Brennwerteffekt nutzt neben der Energie die direkt aus der Verbrennung des Öls gewonnen, zusätzlich die im Abgas enthaltene Energie. Abgase werden weiterhin anfallen, allerdings stellt diese Variante eine Verbesserung für die Umweltbilanz sowie das Energieersparnis dar. Mit Beginn des Jahres 2026 wird der Einbau von Ölheizungen vollständig verboten. Bestehende Anlagen können weiterhin benutzt werden. Natürlich ist eine Ölheizung eine zuverlässige Methode sein Heim zu heizen, allerdings sollte man sich auch über die instabile Wirtschaftslage von Öl im Klaren sein.

Gasheizung

Gas ist die mit Abstand beliebteste Form zu Heizen in Deutschland. Die Funktionsweise ähnelt der einer Ölheizung. Bei der Verbrennung von Erd- oder Flüssiggas entsteht Wärme, die zum Heizen genutzt wird. Auch bei der Nutzung von Gas lässt sich die Brennwerttechnik nutzen, die eine Energienutzung von 98% herbeiführen kann. Anders als bei einer Ölheizung braucht man keinen eigenen Tank, da man direkt an das Gasnetz des Versorgers angeschlossen ist. Man tauscht also den Platzverbrauch gegen die Abhängigkeit von einem Gaslieferanten. Man kann zwischen verschiedenen Gasen wählen, die jeweils verschiedene Eigenschaften haben, allerdings verbrennt jedes verfügbare Gas sauberer als Öl. Zusätzlich ist der Preis von Gas weitestgehend stabil.

Wärmepumpe

Die Wärmepumpe gewinnt thermische Energie aus der Erde, Luft oder Wasser, dass sich in der direkten Umgebung des Gebäudes befindet. Das Verfahren ist komplex und es bedarf einer eingehenden Prüfung durch verschiedene Ämter, je nachdem welche Energiequelle sie anzapfen wollen. Ist eine Wärmepumpe einmal angeschlossen zahlen sie, abgesehen von den Stromkosten und der Wartung, nichts weiter. Kombiniert mit einer Solaranlage für Strom lassen sich die laufenden Kosten noch weiter reduzieren. Diese Kombination ist wahrscheinlich auch die CO2 ärmste Variante.

Solarthermie

Solaranlagen gibt es in 2 Varianten: als Solarthermie und als Photovoltaikanlage. Der Unterschied ist, dass erstere nur zum Heizen und letztere nur zur Stromerzeugung genutzt wird. Bei der Solarthermie wird die Energie der Sonnenstrahlen genutzt, um ein Medium im inneren der Kollektoren aufzuheizen, dass wiederum dazu genutzt werden kann das Heizwasser aufzuwärmen. Eine Solarthermie allein reicht in Deutschland meist nicht aus, da es an dunklen Tagen keinen Energiegewinn gibt. Daher lässt sich eine Solarthermie gut mit anderen Heizungen kombinieren, die einspringen, sollte die Sonne mal nicht scheinen. Damit eine Solaranlage infrage kommt sollten sie prüfen, ob ihr Dach die richtige Ausrichtung sowie Neigung hat.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

In der folgenden Tabelle finden sie eine kleine Übersicht zu den Kosten für die Beschaffung, laufenden Kosten und Preise für Strom pro kWh. Die angegebenen Preise sind grobe Richtwerte und können sich je nach Region, Anbieter und anderen Gegebenheiten unterscheiden.

Quelle: www.co2online.de

 

Art der Heizung Kosten pro kWh Anschaffung Laufende Kosten
Öl 6 Cent 7.000€ – 15.000€ 120€ – 150€
Gas 4 – 6 Cent 5.500€ – 12.000€ 100€ – 200€
Wärmepumpe 21 Cent 10.000€ – 30.000€ 50€
Solarthermie 0 Cent 4.000€ – 10.000€ 20€ – 50€

Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Um den Vergleich der verschiedenen Heizsysteme abzuschließen stellen wir ihnen nun die Vor- und Nachteile vor. Vergewissern sie sich, dass das von ihnen gewählte System auch ihren Ansprüchen entspricht. Manche der Systeme werden vom Staat gefördert. Eine genaue Auflistung der Förderungsmaßnahmen stellen wir ihnen in einem anderen Beitrag vor.

Art der Heizung Vorteile Nachteile
Öl
  • niedrige Heizkosten
  • hoher Wirkungsgrad durch Brennwerteffekt
  • keine laufenden Kosten für die Lagerung von Öl
  • angewiesen auf fossile Brennstoffe
  • benötigt viel Platz für die Lagerung des Öls
  • hohe Anschaffungskosten
  • keine staatliche Förderung
  • Ölpreis ist sehr volatil
Gas
  • verbrennt sauberer als Öl
  • günstige Anschaffung
  • Energienutzung von 98%
  • einfache Wartung
  • platzsparend
  • mit Biogas noch nachhaltiger
  • durch den Gasanschluss ist man abhängig vom Energieversorger
  • die Förderung ist nur in Kombination mit einer Solaranlage möglich
  • Gas-Kosten aktuell nicht vorhersehbar
Wärmepumpe
  • wird staatlich gefördert
  • geringe Heizkosten
  • CO2-freier Betrieb beim Kauf von Ökostrom
  • hohe Anschaffungskosten
  • große Heizflächen nötig
  • nur bei niedrigem Verbrauch sinnvoll
  • höherer Aufwand für die Prüfung der Anforderungen
Solarthermie
  • wird staatlich gefördert
  • Schonung fossiler Brennstoffe
  • wartungsarmer Betrieb
  • Unabhängigkeit von Energieversorgern
  • viele Anforderungen an die baulichen Gegebenheiten (Ausrichtung des Dachs, Neigung und Stabilität)
  • muss kombiniert werden mit einer weiteren Anlage
  • nicht ertragsreich bei wenig Sonnenstunden

Quelle: www.viessmann.com

Fazit

Wollen Sie sich für ein neues Heizungssystem entscheiden sollten Sie vorab klären, worauf genau Sie Wert legen wollen. Vergleichen Sie die verschiedenen Parameter und stellen im Idealfall eine Rechnung auf, ob sich das ausgewählte System auch wirklich rentiert. Überprüfen Sie auch ob sich ihre Wohnung für die jeweilige Heizung eignet, da die Art des Hauses eine wichtige Rolle spielt. Wollen Sie von einer staatlichen Förderung profitieren lesen Sie gerne unseren Beitrag zu diesem Thema. Außerdem können sie unseren Online – Konfigurator benutzen, um ihr Heizungssystem ganz individuell zusammenzustellen. In dem Prozess können sie Bilder hochladen, um ihre Situation zu verdeutlichen. Zusätzlich erhalten sie auch eine kostenlose Video – oder Chatberatung bevor wir ihnen ein passendes Angebot von einem Anbieter in ihrer Nähe suchen.

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Autor: Jan Bittner